Wir lieben Hilde, unser Wohnmobil, von ganzem Herzen. Und aktuell würden wir sie auch nicht hergeben. Dennoch müssen wir der Tatsache ins Auge sehen, dass die Kinder größer werden und die Ansprüche ans Reisen sich verändern. Hier meine ich gar nicht so sehr den Platz, eher die Anforderung an die Raumaufteilung. Etwas mehr Rückzugsmöglichkeiten wären schön, denn irgendwann sind sie einfach aus dem Alkoven rausgewachsen.
Zudem ist das ständige Umbauen manchmal etwas anstrengend – gerade wenn man wie wir selten irgendwo länger steht. Also wollten wir uns einfach mal umschauen, was der Markt so zu bieten hat.
Und wohin geht man am besten im Spätsommer auf der Suche nach Inspiration zum Thema Campen? Natürlich zum Caravan Salon 2026 auf der Messe Düsseldorf! Der weltweit größten und bedeutendsten Messe für mobiles Reisen.

Auf nach Düsseldorf!
Voller Vorfreude sind wir in Düsseldorf angekommen. Die Messe ist schon beeindruckend und wirklich riesig. Hier trifft sich alles, was in der Campingbranche Rang und Namen hat. Wir hatten im Vorfeld schon einen groben Plan erstellt, was wir uns anschauen wollten und in welchen Hallen die Anbieter zu finden sind. Super hilfreich ist hier übrigens auch die App des Caravan Salons, die wir uns im Vorfeld installiert hatten. Dort findet ihr einen interaktiven Hallenplan, könnt gezielt nach Herstellern suchen, habt das Onlineticket direkt zur Hand und obendrein gibt es noch allerlei Infos.
Unser grobe Plan sah so aus:
Halle 12 Pöss| → Halle 1 KNAUS/WEINSBERG → Halle 6 Carado/Dethleffs/Bürstner/Hymer → Halle 10 ADRIA → optional Halle 11 .
Unsere Anforderungen
Besonders wichtig waren uns folgende Punkte bei der Auswahl:
- Festbetten hinten die lang genug sind für Pascals 1.96 m Körpergröße
- 2 weitere ordentlich große Schlafplätze, entweder im Hubbett oder im Aufstelldach
- Dusche darf gern im Schwenkbad verschwinden (wir brauchen sie super selten, aber es ist zwischendurch dennoch nett eine zu haben)
- 4 Fahrräder müssen gut zu verstauen sein
- genug Zuladung bei 3.5 Tonnen Gesamtgewicht
Und – Spoiler Alarm – diese Kombination ist gar nicht so leicht zu finden 🫠
Gehen wir mal rein, in den Caravan Salon 2026…


Kastenwagen für Familien
Kastenwagen liegen voll im Trend. Wir sehen auch immer mehr Familien, die damit unterwegs sind. Zudem ist die Alltagstauglich für uns interessant, denn mit zwei alten Autos ist es nicht die schlechteste Lösung, den Camper auch mal im Alltag benutzen zu können. Aber ein Kastenwagen für 4 Personen, bei dem all unsere Bedürfnisse erfüllt werden – gibt es sowas?
Nachdem wir uns einige Kastenwagen der beliebtesten Hersteller angeschaut haben, wurde schnell klar, dass es durchaus familientaugliche Kastenwagen gibt.
Pössl Roadcruiser XL











Der Pössl XL wäre ein Kandidat, der für uns durchaus auch interessant wäre. Die Längsbetten hinten sind auch für unseren großen Camper lang genug. Ihr bekommt den Pössl (wie übrigens auch fast alle Modelle der anderen Hersteller) sowohl mit Hubbett als auch mit Aufstelldach.
Uns waren die Kastenwagen aber einfach zu eng. Ein weiterer ganz entscheidender Punkt: es passen bei so gut wie keinem der Kastenwagen unsere zwei Kindersitze nebeneinander auf die Sitzbank. Und wenn, nur mit ach und krach. Vielleicht sind wir einfach zu verwöhnt von unserer Hilde, die mit ihren kompakten 6.30 m unglaublich viel Raum bietet.
CaraBus 600 DQ






Zusammenfassend kann man sagen, dass die Hersteller durchaus kreativ sind und es tolle Lösungen gibt, um auch vier Personen gut unter zu bringen. Man muss allerdings Kompromisse machen und für sich selbst entscheiden, ob einem die Vorteile die ein Kastenwagen bietet, die Einschnitte in den Komfort wert sind.
Da uns schnell klar war, dass Kastenwagen für uns raus sind, haben wir uns die ellenlange Schlange bei den beliebten Modellen von Bürstner erspart und sind direkt weitergeschlendert in die Welt der Teilintegrierten…
Teilintegriertes Wohnmobil
Als erstes haben wir uns die Modelle von Carado angeschaut – den beliebten T338 und T447. Da schlug das Herz schon deutlich höher 🥰 besonders der T338 hat uns gut gefallen, aber schaut selbst…
Carado T338












Die Modelle bieten reichlich Platz für 4 Personen, haben ein super praktisches Schwenkbad, ein schickes Hubbett und eine sehr voluminöse Heckgarage. Vor allem der T338 kommt ganz nach oben auf unsere Favoritenliste.
Nachdem wir noch ein nettes Pläuschchen mit dem Verkäufer gehalten haben, ging es weiter zu Weinsberg.
CaraSuite 650 MEG







Weinsberg bietet die CaraSuite Modelle mit 3 Bettversionen an, also mit Französisch-, Quer- oder Queensbetten.
Die Modelle haben uns voll überzeugt. Einziges Manko sind die Duschen, die bei ein paar Ausführungen quasi im Schlafzimmer stehen. Ein Schwenkbad statt der Dusche „im Raum“, stattdessen lieber ein weiterer Schrank und man hätte das perfekte Wohnmobil 😅 für uns zumindest. Die Qualität von Weinsberg ist wirklich super und schlägt die Konkurrenz unserer Meinung nach um ein ganzes Stück. Zudem sind sie einfach sehr schick.

Wir haben auf jeden Fall unsere zwei Favoriten gefunden und uns vielleicht auch ein bisschen in Weinsberg verliebt, die wir vorher gar nicht so sehr auf dem Schirm hatten.
Was gab’s sonst neues?
Aber auch außerhalb der Welt der Wohnmobile gab es reichlich zu entdecken. Es wurden eine Menge interessanter Produkte vorgestellt, die den Camping- und Reisealltag komfortabler, praktischer oder einfach ein bisschen spannender machen.
Besonders ins Auge gefallen sind uns dabei die Dachzelte. Die kleinen Schlafquartiere auf dem Autodach sind inzwischen längst mehr als nur ein Nischenprodukt und liegen gerade voll im Trend. Die Dachzelte gibt es mittlerweile wirklich für jedes Automodell und ihr könnt im nu euer Auto zum Camper umbauen.







Auf der Messe war auch deutlich zu sehen, wie vielfältig das Angebot mittlerweile geworden ist. Vom kompakten Dachzelt für zwei Personen bis hin zu größeren Varianten mit erstaunlich viel Platz war einiges vertreten. Auch beim Aufbau hat sich viel getan. Viele Modelle lassen sich mit wenigen Handgriffen aufklappen und sind innerhalb kurzer Zeit bezugsfertig. In Kombination mit praktischen Vorzeiten habt ihr hier um Handumdrehen euer kleines Campingreich geschaffen.
Für uns waren die Dachzelte jedenfalls eine der interessanteren Entwicklungen abseits der klassischen Wohnmobile und Caravans. Sie zeigen ganz gut, dass Camping heute nicht mehr zwangsläufig bedeutet, mit einem großen Gefährt unterwegs zu sein. Auch mit einem normalen Pkw lässt sich mittlerweile erstaunlich viel Campingkomfort realisieren. Besonders interessant auch für Campingeinsteiger zum rein schnuppern, die vielleicht nicht direkt in ein teures Wohnmobil oder einen Wohnwagen investieren möchten.
E-Mobilität eher am Rande
Auch das Thema E-Mobilität war auf dem Caravan Salon vertreten, spielte im Vergleich zu den klassischen Reisemobilen aber eher eine Nebenrolle. Große Neuheiten bei elektrisch betriebenen Wohnmobilen waren nicht wirklich zu sehen. Stattdessen fanden sich vor allem ein paar kleinere Elektrofahrzeuge, die aber für 2 Personen durchaus interessant sein können.
Insgesamt hatte man allerdings nicht den Eindruck, dass die E-Mobilität in diesem Jahr bereits zu den großen Trends des Caravan Salons gehört. Die eigentlichen Neuheiten und Trends lagen deutlich stärker bei den Wohnmobilen, Kastenwagen, Dachzelten und dem Campingzubehör.
Fazit
Lohnt sich ein Messebesuch? Unbedingt! Der Caravan Salon ist DAS Highlight des Campingjahres. Hier trifft sich wirklich alles was Rang und Namen hat. Insbesondere bei Kaufinteresse könnt ihr hier super vergleichen, alles in Ruhe anschauen und direkt mit dem Hersteller ins Gespräch gehen. Zusätzlich gibt es gute Messerabatte.
Aber auch, wenn ihr einfach mal stöbern möchtet oder einen Einblick in die Welt des Campings bekommen wollte, ist die Messe the place to be.
Wir konnten eine Menge mitnehmen. Insbesondere die Mischung aus großen Reisemobilen, kompakten Campinglösungen über Tiny Häusern bis hin zu immer neuen Zubehörideen hat den Messebesuch wirklich abwechslungsreich gemacht und ist immer aufs neue spannend.
Zum Abschied gibts noch einen Einblick in den Hymer Venture S, den einzigen Kastenwagen, bei dem wir schwach werden würden… es fehlen nur die 200.000 Euro 😅








Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr und sind gespannt, was uns an Neuigkeiten erwartet.
In diesem Sinne, macht’s gut,
Eure Viercamper ✌️
Folgt uns gern auch auf Instagram und abonniert unseren Newsletter 🙂